Bed and Breakfast Piran, Miracolo di Mare

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Piran

Die ursprünglichen Bewohner des heutigen Gebiets von Piran waren Illyrer, die nach dem Jahr 178 v. Chr. von den Römern vertrieben wurden. Die Römer haben begonnen, dieses Gebiet zu besiedeln und so entstanden auch mehrere Villen (Villa Rustica), davon zeugen auch einige archäologische Fundorte. Mit dem Untergang des römischen Imperiums (nach dem 4. Jahrhundert n. Chr.) kommt es zu einer dichteren Besiedlung, an der Küste werden als Schutz gegen die Barbaren befestigte Stützpunkte errichtet. Aus schriftlichen Quellen geht hervor, dass Piran im 7. Jahrhundert eine stark befestigte Siedlung »Castrum« des byzantinischen Kaiserreichs war. Nach dem Jahr 600 n. Chr. haben die Slawen begonnen, diesen Raum zu besiedeln. Im 8. Jahrhundert haben die Franken, die im Jahr 787 die Byzantiner aus Istrien zurückgedrängt haben, dieses Gebiet in ihr Reich eingegliedert. Die Franken besiedelten den leergeräumten und verlassenen Boden Istriens mit Slowenen aus Krain und aus dem nördlichen Küstengebiet.

Im 9. Jahrhundert wurde Piran ins Italische Königreich eingegliedert und kam später im Jahr 952 unter die Herrschaft des Deutschen Kaiserreichs, noch später herrschte in Piran und Istrien das Patriarchat von Aquileia (slowenisch Oglej). Die Stadt wurde in dieser Zeit zu einem selbstständigen Lehnsgut mit einer befestigten Verteidigungsmauer, die später verlängert wurde (vom heutigen Lebensmittelmarkt bis zum Ende des heutigen Tartini Platzes, wo noch einer der ursprünglichen Türme sichtbar ist). Der Drang nach Selbstständigkeit wurde jedoch immer stärker, verstärkt noch durch den Umstand, dass der Patriarch von Aquileia vor allem an der Eintreibung der Steuer und weniger an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und eines geregelten Lebens interessiert war. In dieser Zeit (1278) werden in einer Pergamenturkunde zum ersten Mal die Salinen erwähnt, der Salzhandel wird andererseits die Bestrebungen nach Selbstständigkeit und den Wunsch nach neuen Rechten weiter stärken. Nach einer kurzen Zeit der vollen Autonomie wurde Piran von Venedig besetzt (nach einem kurzen Krieg in den Jahren 1282-1283). Piran wurden jedoch besondere Freiheiten gewährt und so entwickelte sich die Stadt weiter. In dieser Zeit wurden einige bedeutende Gebäude errichtet (1292 – der alte Gemeindepalast, 1302 – das Lagerhaus für Getreide und Mehl, 1318 – die St.-Franziskus-Kirche, 1324 – die Loggia, das heutige Café Tartini, 1343 – die St.-Georgs-Domkirche, vom 12. bis zum 15. Jahrhundert die Mauer, später wurden zusätzliche Überbauungen hinzugefügt. Im 14. Jahrhundert hatte Piran bereits eine Schule für Adlige und reiche Bürger und gerade diese Schule gehört zu den ältesten in Slowenien. Im Mittelalter wollte Piran sich auch territorial ausweiten und war deswegen oft in blutige Kämpfe mit den benachbarten Städten Buje und Izola verwickelt, sodass sogar der Doge von Venedig den Streit schlichten musste. Das Jahr 1797 bedeutete das Ende der Herrschaft von Venedig und Piran wurde von den Österreichern (bis 1806) besetzt, die jedoch außer dem Ausbau des äußeren Hafens keine wesentlichen Spuren hinterlassen haben. Auch unter den Franzosen (1806-1813) war es ähnlich. In der Habsburgmonarchie (1813-1918) erlebte die Stadt Piran eine neue Blüte- und Wohlstandszeit: die Salinen wurden vergrößert, der stinkende alte Stadthafen (der heutige Tartini Platz) wurde zugeschüttet, der Handel und das Gewerbe blühten auf, die ersten Touristen kommen zu Besuch. Piran hatte in dieser Zeit 13.000 Einwohner (Koper 10.000) und vier Brauereien. Im Jahr 1909 wurde in Piran eine der ersten schienenlosen Straßenbahnen weltweit gebaut! Sie war als Verbindung zur Schmalspurbahn, mit der die Küstenstädte zwischen Triest und Poreè verbunden wurden, gedacht. Die renovierte Straßenbahn fuhr bis zum Jahr 1953.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Piran Italien zugesprochen, seine kulturelle und wirtschaftliche Lage verschlechterte sich aber zunehmends. Eine wichtige Baumaßnahme war in dieser Zeit jedoch die Befestigung des Küstenstreifens, weil in dieser Zeit das Meer praktisch bis zu den Häusern reichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Friedenskonferenz in Paris wurde das Gebiet der »Zone B« - von Koper bis Novi Grad – Jugoslawien zuerkannt, nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991 liegt es in der Republik Slowenien.

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