Bed and Breakfast Piran, Miracolo di Mare

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Über den Namen

Es geschah in der Nacht des 1. Juni im fernen Jahr 1555, als in Piran der hochwürdige und adlige Herr Paolo Contarini Bürgermeister war. Die Piraner Fischer haben nämlich in der Bucht von Seèovlje im Meerbruch von Fontanigge einen riesengroßen und seltsam geformten Fisch erspäht. So etwas haben sie noch nie gesehen. Sie verspürten gleichzeitig Furcht und Interesse. Die Neuigkeit breitete sich unter den Fischern sofort aus. Um ihn zu fangen, fuhren noch in der gleichen Nacht zwanzig Boote mit Fischern, die mit allen möglichen Waffen und Werkzeugen wie Lanzen, Säbeln, Speeren, Schwertern, Äxten, Hippen und sogar mit Rasiermessern ausgerüstet waren, hinaus. Als sie sich dem riesengroßen Fisch näherten, umzingelten sie ihn und begannen, den Fisch anzugreifen, um ihn aufs Land zu ziehen. Der Fisch blieb im seichten Wasser weniger als eine Viertelstunde, als er von den Fischern bereits aufs Land gezogen wurde, dann schlug er jedoch mit der Schwanzflosse aus und verschreckte die Fischer, weil er einige Boote fast versenkte oder zum Kentern brachte. Dann ist der Fisch in großer Angst wieder ausgewichen. Die Furcht und die Spannung wurden immer größer. Ein Fischer ermutigte sich, fuhr mit seinem Boot zum Fisch und verwundete ihn an der Flanke, als er seinen Säbel bis zum Handgriff in den Fisch hineingestoßen hatte. Diese Wunde war für den Fisch tödlich.

Am Morgen des 2. Juni brachten alle zwanzig Fischerboote den Fisch nach Piran, zogen ihn aufs Land und zum Schlachthaus. Unter zahlreichen Neugierigen war dort auch Herr Cristoforo Canal, der Verwalter, der erlaubte, dass aus seiner Galeere die Seile genommen wurden, mit denen über eine Winde der Fisch dann aufs Land gezogen wurde – was die einzige Möglichkeit war. Und es dauerte auch einige Zeit, dass der Fisch aufs Land gezogen wurde. In der Zwischenzeit versammelten sich alle Piraner, um diesen unglaublichen und seltsamen Fisch zu bestaunen. Unter ihnen war auch der Gemeindenotar, von dem das alles berichtet wurde. Weil man so einen Fisch noch nie gesehen hatte, wurde er „Meereswunder“ genannt.

Als der Fisch auf dem Land war, wurde er von den Fischern unter vielen neugierigen Augen zuerst vermessen. Er war 13 Schritte lang und 7 breit. Ein Schritt war fast 1 Meter lang. Die Schwanzflosse ähnelte der eines Delfins und maß ausgebreitet 2 Schritte und einen Fuß, also etwas mehr als 2 Meter. Im Kopf hatte der Fisch zwei große Augen und eine eimergroße Öffnung, durch die das Wasser 2 bis 3 Fuß in die Höhe spritzte. Der untere Teil des Maules glich dem Rammsporn einer kleineren Galeere und in ihm befanden sich 42 Zähne, die eine Spanne lang waren. Der Oberkiefer hatte keine Zähne, sondern nur Einbuchtungen, in die sich die Zähne des Unterkiefers einpassten. Der Fisch hatte auf jeder Seite je eine ellenlange (ungefähr 70cm) Flosse und über der Schwanzflosse einen Buckel wie ein Delfin. Das Glied maß eine Elle, die beiden Testikel waren wie Kanonenkugel.

Viele haben das Fett dieses Fisches, das wie Schweinefett war, aus dem Fisch geschnitten. Aus dem Fett wurden 100 Krüge hellen Öls, das durchsichtig wie Wasser und schöner als Olivenöl war, gewonnen. Und es brannte auch mit einer wunderbaren Flamme zweimal länger als Olivenöl. Hätten die Leute damals gewusst, um was für ein Tier es sich handelt, könnten sie 500 Krüge Öl aus ihm bekommen. Viele haben drei oder vier Krüge Öl gewonnen, soviel wie sie eben konnten. In den Fläschchen sah es als Wasser oder als durchsichtiger Weißwein aus. Ein Krug wurde für 4 Dukaten verkauft.

Der Fisch begann schrecklich zu stinken und deswegen wurde er auf den Karst von Savudrija gezogen. Dort wurden noch die letzten Reste des Fleisches von den Knochen beseitigt. Dem Fisch wurden als Andenken die gesamten Zähne gezogen. Der Kiefer wurde über die Dachbalken der St.-Georg-Kirche gelegt und der obere Teil des Kopfes wurde ins Franziskaner Kloster in Piran gebracht. Die Rippen maßen einen Schritt und mit den Eingeweiden könnte ein Schiff mit einer Tragkraft von 200 Star (1 Star = 83 Liter) gefüllt werden.

Bereits im nächsten Juli brach jedoch eine ansteckende Krankheit aus, die vielen Leuten den Tod brachte.

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